Auschwitz-Überlebender berichtet als Zeitzeuge in Collhusen

Eine Geschichtsstunde der besonderen Art erlebten die Schülerinnen und Schüler der 9. Realschulklassen: Albrecht Weinberg, ein Überlebender des Holocaust, folgte einer Einladung des Schulzentrums Collhusen und berichtete in der Aula über sein Leben.

Der heute 89-jährige Albrecht Weinberg wurde in Westrhauderfehn geboren. Dort wurde seiner jüdischen Familie während der Nazi-Zeit ihr Hab und Gut genommen. Die Weinbergs wurden ins Konzentrationslager nach Auschwitz deportiert.

Während die Eltern dort ermordet wurden, überlebte Albrecht Weinberg mit seinen Geschwistern. Mit seiner Schwester Friedel zog Albrecht Weinberg in die USA. Erst nach Jahrzehnten kamen die Geschwister mit einer Gruppe von Auswanderern als Besucher zurück in den Landkreis Leer, um das Grab ihres ältesten Bruders, der auf dem jüdischen Friedhof in Leer beerdigt worden war, zu sehen. Seither gibt es regelmäßige Kontakte mit der alten Heimat, und seit dem Tod seiner Schwester wohnt Albrecht Weinberg in einem Altenheim in Leer.

Die Schülerinnen und Schüler der 9. Realschulklassen erfuhren sehr viel Bewegendes aus dem bewegten Leben Albrecht Weinbergs, der sehr offen von den Grausamkeiten erzählte, die er bis 1945 in Deutschland erlebte. So berichtete er von den Torturen der Deportation und dem entbehrungsreichen Leben und Schuften im Lager. Auch scheute er sich nicht, den Jugendlichen seine eintätowierte Häftlingsnummer zu zeigen.

Den Neuntklässlern wurde vieles bestätigt, was sie bei der Lektüre des Comics „Die Suche“ erfahren hatten. Dieses Buch war Gegenstand des Deutschunterrichts in allen Klassen und beschäftigte sich mit der Problematik des Holocaust.

Mit einem herzlichen Applaus verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler bei Albrecht Weinberg. Am Ende nutzten einige von ihnen die Gelegenheit, um in kleiner Runde Fragen zu Details, wie zum Beispiel den grausamen Bedingungen in den Deportationszügen, zu stellen. Dabei konnte Albrecht Weinberg vieles von dem bestätigen, was die Schüler in „Die Suche“ erfahren hatten.

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