Denkmal für Opfer des Holocaust eingeweiht

Das Denkmal für 13 jüdische Frauen und Männer, die im Holocaust umgekommen sind, wurde am 9. November 2019 im Beisein von etwa 150 Gästen in Ihrhove eingeweiht. Mitgewirkt an der Feierstunde hatten Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums Collhusen.

13 Betonstelen mahnen fortan in Ihrhove am Bahnübergang an der Ecke Bahnhofstraße/Blinkstraße an 13 Frauen und Männer, die in Ihrhove geboren wurden, dort heirateten oder längere Zeit in der Gemeinde lebten und während der Nazi-Herrschaft starben. Auf einer Bronze-Gedenktafel wird außerdem an alle Opfer der nationalsozialistischen Diktatur aus der Gemeinde erinnert.

Die Lebenswege der in Ihrhove geborenen jüdischen Mitbürger wurden während der Feierstunde von Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums Collhusen vorgestellt.

Westoverledingens Bürgermeister Theo Douwes hatte zuvor die Gäste begrüßt. Darunter befand sich auch der 96-jährige Albrecht Weinberg, der aus Westrhauderfehn stammt und den Holocaust in den Konzentrationslagern Auschwitz und Bergen-Belsen überlebt hat.

Die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann mahnte als Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, die Greueltaten an den jüdischen Mitbürgern nicht zu vergessen und würdigte in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Mitwirken des Schulzentrums Collhusen an der Planung und Einweihung des Ihrhover Denkmals. Connemann warnte zudem vor einem wieder aufkeimenden Antisemitismus in Deutschland und appellierte an alle, diesem auch im Alltag aufrichtig entgegenzutreten.

Auch Landrat Matthias Groote und Wolfgang Kellner, der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland, schlossen sich in ihren Reden diesem Appell an.

Bildhauer Gerhard Christmann als Gestalter des Denkmals bedankte sich bei allen Mitwirkenden und würdigte insbesondere die Arbeit des Heimatforschers Hermann Adams. Dessen Buch „Geboren in Ihrhove-Westoverledingen- im Holocaust umgekommen“ hatte erst zur Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Mitbürger/innen und zur Errichtung des Denkmals geführt.

Umrahmt wurde die Feierstunde mit Liedern der Collhuser Schulband unter der Leitung von Herrn Klink-Spekker. Kunstlehrerin Frau Mütz-Endrizzi und Schüler/innen der Klasse R10d hatten am Rande der Einweihung außerdem mit der Installation eines Kunstprojekts für Nachdenken gesorgt: Auf dem Weg vom Rathaussaal zum Denkmal lagen versteinerte Erinnerungsknoten gegen das Vergessen, die von den zahlreichen Besuchern der Einweihung auf verschiedenste Weise interpretiert wurden.

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